UedemEinzigartig — lebenswert und liebenswert

Bürgerinitiative für eine wirksamere und günstigere Alternative zum Bau einer B67n als geplant

Gutachten

 Gutachten, Expertisen & Stellungnahmen


1. Kulturlandschaftliches Gutachten „Uedem — kulturelles Erbe“ — Dr. Kleefeld

Aus dem gutachterlichen Fazit:

Die Planung der B 67 n führt für den Umweltaspekt „Kulturgüter“ zu erheblichen Beeinträchtigungen, welche den Zeugniswert des Kulturgutes gravierend einschränken. Uedem, Uedemerfeld und Uedemerbruch bilden einen gemeinsamen Kulturlandschaftsbereich, der eindeutig ein kulturelles Erbe und damit Kulturgut darstellt, dessen historische Dimension sich aus der agraren Nutzungs- und europäischen Bruchkolonisationsgeschichte ableitet. Räumliche, funktionale und physiognomische Beziehungen untereinander bilden eine Einheit. Die Hohlwege inmitten der Offenlandflächen in der Waldhufensiedlung Uedemerfeld sind die Bezugsachsen und die Nutzungssysteme die historischen Flächenelemente. Zusammen bilden diese einen deutlich wahrnehmbaren Kulturlandschaftsbereich ab. Eine Durchschneidung durch eine Straßentrasse würde diese Zusammenhänge in ihrem engeren Umgebungsbereich im historischen Zeugniswert zerstören und in der Erlebbarkeit erheblich stören. Auswirkungen auf den Kulturlandschaftsbereich sind wegen dem Wirkfaktor der streifenförmigen Flächeninanspruchnahme durch den Bau und Betrieb der Trasse zu erwarten. Hier werden die kulturlandschaftlichen Flächen und ihre Elemente durch Versiegelung und Überbauung in unmittelbarer Nähe der Trasse substanziell gestört. Darüber hinaus werden sie durch die damit zusammenhängende Trenn- und Barrierewirkung strukturell zerstört. Sie können wegen ihrem historischen Zeugnis nicht ersetzt werden. Diese Bewertung findet vor dem historischem Ursprung und der Entwicklungsgeschichte in einer Qualifizierung der gegenwärtigen Lagekonstellation statt.

Dr. Kleefelds kulturlandschaftliches Gutachten von 2008 (vollständiges Gutachten)


2. Stellungnahme der RegioConsult. Verkehrs- und Umweltmanagement. Wulf Hahn & Dr. Ralf Hoppe GbR.:

Zusammenfassung:

Ausgehend von dem gesetzlichen Auftrag (Fernstraßenausbauänderungsgesetz i. V. mit den Bundesfernstraßenbedarfsplan von 2003) war nach den Angaben im Erläuterungsbericht im Zuge der B 67n zwischen Kalkar-Kehrum und KevelaerKervenheim eine zweistreifige Straßenverbindung zu planen und zu bauen, die den ökologischen, ökonomischen, verkehrlichen und städtebaulichen Belangen gerecht wird.

Im Gegensatz zur im Erläuterungsbericht geäußerten Auffassung sind die vorhandenen Verkehrsbeziehungen, die als Bundesstraße (B 67 alt) und Landesstraßen dem weiträumigen Verkehr dienen, den heutigen und insbesondere den künftigen Anforderungen eines leistungsfähigen und verkehrssicheren Straßennetzes bei Ausbau der L 5 immer noch gewachsen.

Insgesamt betrachtet ist auf der L 174 und der L 5 eine Verkehrszunahme von 1995 bis 2010 um 2.200 bis 2.400 Kfz/24 (DTVw) erkennbar, die sich aus der Abkürzung die diese Strecke als Verbindung zwischen der A 57 und der B 67 darstellt, erklärt.

Betrachtet man die Verkehrssituation auf der B 67, so ist erkennbar, dass die Situation hier abschnittsweise analysiert werden muss. Auf der B 67 nordöstlich von Goch hat der Verkehr seit 1995 um rund 400 Kfz/24h zugenommen, nördlich der L 362 dagegen um etwa 1.500 Kfzl24h, südoÅNstlich von Kalkar um 800 Kfz/24h.

Vergleicht man die 2010 bei der SVZ gemessenen Werte mit den für 2010 in der Verkehrsuntersuchung von Heusch Boesefeld angegebenen Prognosewerten, so zeigt sich, dass ausgehend vom tatsächlichen Belastungsniveau 2010 eine Entlastung der B 67 alt um maximal· 2.000 Kfz/24h erreicht werden würde. Die Belastung auf der B 67n ist seit 2000 stabil geblieben bzw. sogar leicht rückläufig (9.800 zu 9.700 Kfz/24h). In der Prognose 2010 wird sogar ein noch geringerer Wert von 9.168 Kfz/24h prognostiziert.

Nimmt man den Prognosewert auf der B 67n südlich der L 5 von 10.484 Kfz/24h als Maßstab, so müsste es durch den Durchbau der B 67n von Kehrum bis zur A 57 im Vergleich zur SVZ 2010 (5.287 Kfz/24h DTV bzw. 5.816 Kfz/24h als DTVw) , durch großräumige Verlagerungen zu einer Zunahme um rund 4.700 Kfz/24h kommen.

Betrachtet man die absoluten Belastungen auf der B 67 und der L 5 ist kein hoherEntlastungsbedarf erkennbar, der den Bau einer neuen Fernstraße alsKraftfahrstraße in Form der B 67n rechtfertigen würde.

Die im Erläuterungsbericht kritisierte umwegige Führung der B 67 alt zwischen Appeldorn über Kalkar nach Goch (sowie in Gegenrichtung) wird bereits heute durch die alternative Weiterführung über die L 174 und die L5 in südlicher Richtung (bis zur Anschl.ussstelle Uedem teilweise umgangen.

Unter Berücksichtigung der genannten Begründungen in Bezug auf die Schutzgüter ist einer Alternative mit einer West-Nordumgehung Uedem der Vorzug aus der Sicht der Umwelt vor den Varianten I und 11 zu geben. Mit der Anbindung an die A 57 mit einem zusätzlichen Anschluss über die K 13 und die Fortsetzung der Trasse über die West- und Nordumgehung Uedem könnte eine zügige und verkehrssichere Lösung zur Anbindung nach Norden an die B 67n bei Kehrum geschaffen werden. Dazu ist ein Ausbau der L 5 erforderlich und ausreichend.

Der entscheidende Vorteil aus umweltverträglicher und kostenmäßiger Sicht liegt für die Alternativ-Variante in der überwiegenden Mitnutzung der Landesstraßen L 5 und L 174 sowie der K 13. Durch die planerische Überlagerung zweier Landesstraßen wird nicht nur der Neuversiegelungsgrad, sondern auch der Kostenanteil deutlich gesenkt.

Die Alternativvariante ist durch die abgerückte Lage von den Einzelhöfen und im Norden durch Umgehung der Hoflagen (bei Einhaltung der Mindestparameter der Achstrassierung) gekennzeichnet. Zur Vermeidung der Trennwirkung und zurVergrößerung des räumlichen Abstandes zu den Bauernhöfen wird mit der Alternativ-Variante eine Linienführung gewählt, die den Belangen von Umwelt, Verkehrssicherheit, Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und Raumordnung insbesondere im Süden zwischen der A 57 und L 5 gerecht wird.

Für die Projektanmeldung zum BVWP sind jedoch zunächst umfassende Ermittlungen zu allen Alternativen erforderlich, die auch verkehrsträgerübergreifend angelegt sein müssen.

Das wirtschaftlich entscheidende Kriterium beim Variantenvergleich sind die Kosten. Nach den Ergebnissen der Bodenuntersuchungen ist insbesondere im Bereich des Uedemer Bruches auf großer Länge mit nicht tragfähigem Untergrund zu rechnen. Der erforderliche, umfangreiche Bodenaustausch ist zwangsläufig mit erheblichen zusätzlichen Kosten verbunden.

Daher müssen alle betrachteten Varianten des Vorhabensträgers neu betrachtet und die konkreten Kosten ermittelt werden.

 Stellungnahme der Regioconsult von 2013 (vollständige Stellungnahme)


3. Stellungnahme des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz

Aus: 1. Auswirkungsprognose:

Die Planung der B 67 n führt für den Umweltaspekt „Kulturgüter“ im Raum südlich von Uedem zu erheblichen Beeinträchtigungen, welche den historischen Zeugniswert des Kulturgutes nicht ausgleichbar zerstören.

Stellungnahme des RVDL zur B67n von 2015 (vollständige Stellungnahme)


p1020471

Steinkauz im Uedemer Bruch, Scholtenhof

4. Gutachten Dr. Raskin von 2007

Titel: B 67n Ortsumgehung Uedem (A 57 – L 174)

Erfassung und artenschutzfachliche Betrach­tung des Steinkauzes

Dr.rer.nat. Richard Raskin, Büro für Landschaftsplanung und angewandte Ökologie

Zusammenfassung

Im Kreis Kleve ist zwischen Kalkar-Appeldorn und Kevelaer-Kervenheim die Orts­umgehung Uedem geplant. Die B 67n soll als überregionale Straße die linksrheini­sche Autobahn A 57 mit der rechtsrheinischen A 3 verbinden. Sie verläuft auf ei­ner Länge von 9,4 km weitgehend zwischen den Landschaftsräumen „Niederrhei­nische Höhen“ und dem „Uedemerbruch“. Das Plangebiet liegt in einer alten Kul­turlandschaft, die von einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung von Acker-und Grünland geprägt ist. Reste der ursprünglichen Naturlandschaft sind nur sehr kleinflächig vorhanden.

Das vorliegende faunistische Gutachten liefert die Grundlagen für die natur-und artenschutzrechtliche Bewertung des streng geschützten Steinkauzes für die kon­krete Entwurfsplanung. Zwischen Februar und Juni 2007 wurde der Steinkauz im 17 km2 großen Untersuchungsraum, insbesondere unter Anwendung einer Klang­attrappe, flächendeckend erfasst. Potenzielle Anreicherungsräume zur Neuschaf­fung und Stützung von Revieren wurden erfasst und dargestellt.

Es wurden 26 Steinkauzreviere festgestellt. Im Zusammenwirken mit angrenzen­den Vorkommen und aufgrund der hohen Siedlungsdichte (bis 1,6 Reviere/km²) ist die lokale Teilpopulation als regional-landesweit bedeutsam einzustufen.

Bezüglich des Steinkauzes würden durch die geplante B 67n artenschutzrechtli­che Verbotstatbestände des § 42 BNatSchG erfüllt. Eine potentielle Gefährdung der lokalen Steinkauzpopulation geht insbesondere von einer anzunehmenden Aufgabe von etwa 3-4 Revieren durch die unmittelbare Trassennähe infolge Stö­rung (Lärm) und eine zu erwartende Zunahme an Verkehrsopfern aus.

Aufgrund von Prognoseunsicherheiten einerseits und der besonderen Verantwor­tung Nordrhein-Westfalens für den Erhalt des Steinkauzes andererseits wird aus naturschutzfachlicher Sicht empfohlen, den lokalen Bestand im Eingriffsraum durch ein geeignetes Risikomanagement vorsorglich auf dem aktuellen Niveau zu erhalten.

Das Risikomanagement sieht ein Maßnahmenkonzept aus drei Stufen vor:

  1. eingriffsmindernde und -vermeidende Maßnahmen, 2. revierverbessernde, funk­tionserhaltende Maßnahmen sowie 3. Maßnahmen zur Neuschaffung von Revie­ren. Die Stufen 1 und 2 sollten obligatorisch umgesetzt werden. Die Umsetzung der Stufe 3 kann in Abhängigkeit von der Entwicklung der Population erfolgen. Hierzu ist ab der Bauzeit ein Monitoring durchzuführen.

Die zur Umsetzung der jeweiligen Stufe erforderlichen Maßnahmen werden aus­führlich beschrieben und quantifiziert.

Raskin: Steinkauz-Gutachten (vollständiges Gutachten)


5. Dieser Link führt zum Auszug aus der Umwelt-Verträglichkeits-Studie zur B67n: aus UVS


6. Dieser Link öffnet: B67n — Gründe für die Trassenwahl


7. Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in NRW

Grundlagen und Empfehlungen für die Landesplanung

Das Bild zeigt die Broschüre

Die Kulturlandschaft, die uns heute in ihren vielfältigen Ausprägungen umgibt, ist das Ergebnis vieler Generationen der Besiedlung und Nutzung des Landes. Die verschiedenen menschlichen Aktivitäten hinterlassen ihre Spuren in der Landschaft. Die Kulturlandschaft ist damit gerade in einem so dicht besiedelten Raum wie dem Land Nordrhein-Westfalen das umfassendste Archiv der menschlichen Siedlungs- und Landnutzungsgeschichte – gleichsam das Langzeitgedächtnis der Gesellschaft.
Die Kulturlandschaften bilden damit die Grundlage der regionalen Identität, sie stiften „Heimat“. Es gilt daher, die Charakteristika der Kulturlandschaften für nachfolgende Generationen zu erhalten und sie verantwortungsvoll zu gestalten und weiterzuentwickeln.
Um vor diesem Hintergrund die Belange der Kulturlandschaften in angemessener Weise in die Landesplanung einfließen lassen zu können, hat das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen die Landschaftsverbände Westfalen-Lippe und Rheinland damit beauftragt, ein umfassendes Gutachten zu den Kulturlandschaften im Land zu erarbeiten.

Dieses Gutachten wurde im November 2007 vorgelegt.
Um die Ergebnisse der Untersuchung einem möglichst breiten Nutzerkreis zur Verfügung stellen zu können, wurde neben dem umfangreichen Gutachten (ca. 500 Seiten) eine Zusammenfassung der wesentlichen Inhalte (ca. 120 Seiten) erstellt.

Beide Versionen können Sie auf dieser Seite herunterladen.

WICHTIGER HINWEIS: In die im November 2007 veröffentlichte Langfassung des Gutachtens hatten sich einige inhaltlich nicht weiter kritische Fehler eingeschlichen. Diese wurden Ende August 2008 mit einer Korrekturfassung und September 2009 mit einzelnen Nachträgen behoben. Bei der auf dieser Seite zum Download angebotenen Langfassung des Gutachtens handelt es sich um diese Korrekturfassung von September 2009.

 Langfassung      Kurzfassung
Der folgende Link ruft die Stellen im Kulturlandschaftlichen Fachbeitrag zur Landesplanung in NRW auf, die Uedem betreffen. Das sind die Seiten 193 -198
Seiten 193-198 Uedem betreffend
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5 Kommentare zu “Gutachten

  1. Wichtige Lebensräume von Tieren würden zerstört werden. Nicht nur das faunischste Gutachten sollte uns beweisen, dass diese schöne Landschaft nicht zerstört werden darf. Ich denke vor allem an unsere Kinder, deren Lebensqualität stark gemindert und eingeschränkt wird.

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  2. Die Baukosten sind viel zu hoch! Denke das wäre eine Sache für Mario Barth…. Steuer erhalten und Natur bewahren!

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  3. Nach meiner Einschätzung würde sich zudem der Verkehr auf der A57 deutlich erhöhen. Alle Pendler Richtung Ruhrgebiet oder Düsseldorf müssen mit erheblich längeren und häufigeren Staus rechnen.
    C. Freitag, Uedem

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  4. Die Republik ist genug zugepflastert und es gibt einen großen Bedarf an Sanierung der vorhandenen Infrastruktur. Eine so teure Baumaßnahme wie die geplante B67n wirkt da wie ein Anachronismus. Gelegenheiten für den maßvollen Einsatz von Steuergeldern gibt es zuhauf. Die Westumgehung von Uedem gehört dazu.
    Wilhelm Bosch, Dipl.-Ing., Dipl.-Wirt.-Ing., Uedem

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    • Ich glaube auch, dass dies eines der wichtigsten Argumente gegen den Bauplan einer B67n ist. Uedem zahlt zwar nicht die Baukosten, aber es sind Steuergelder, die evtl. woanders besser verwendet werden könnten. Uedem selbst hat im wesentlichen den Verlust seines Naherholungsgebiets. Profiteure wären hauptächlich entfernt wohnende Pendler oder Verkehrsteilnehmer, denen ein paar Minuten Fahrtzeit mehr über eine Nordwest-Umgehung durchaus zuzumuten ist.
      Dr. Hein, Uedem

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